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Wollen wir denn überhaupt eine weitere Tonne?

Monatelang debattierte der Betriebsausschuss für Abfallwirtschaft über die kreisweite Einführung einer orangen Wertstofftonne. Was nach außen lediglich eine Frage der Deckelfarbe zu sein scheint, entscheiden intern wie immer die Kosten. Während sich SPD und LINKE schon vor einiger Zeit mit dem Kompromiss einer Gelben Tonne trösteten, betrachtete unsere CDU-Kreistagsfraktion diese Entwicklung mit Skepsis. Scheinbar will man hier mit Gewalt die jahrelang erwartete Pflichteinführung einer Wertstofftonne nun nicht ins Leere laufen lassen, so Wolfgang Waldmüller.

Gelbe TonneLange haben wir in der Fraktion und mit Bürgern über die Alternativen diskutiert. Klar war bald, dass für uns eine kostenpflichtige Wertstofftonne nicht in Frage kommt. Wo bleibt denn da der Anreiz für den Bürger, sich an einer umweltbewussteren Abfallentsorgung zu beteiligen? Warum sich für den Fall der Einführung einer Wertstofftonne überhaupt Mehrkosten darstellen würden, erschließt sich für uns nicht.

Neben den sowieso bislang im Gelben Sack gesammelten Verpackungen, dürften doch andere Wertstoffe, wie beispielsweise Metalle, den Inhalt für die Entsorger nur lukrativer machen. Fakt ist jedoch, dass selbst im Laufe des Modellversuchs Hagenow der Abfuhrpreis für die Wertstofftonne ständig gestiegen ist. Begründet wurde das mit einem gestiegenen Aufwand bei den Entsorgern.

Laura Schulz hatte als Mitglied im Betriebsausschuss den Prüfauftrag erteilt, ob und inwieweit die Einführung einer Gelben Tonne in Frage käme und diese wählbar sei. Denn viele Bürgerinnen und Bürger, auch in unserem Landkreis, haben sich mit dem Gelben Sack arrangiert und wollen gar keine weitere Tonne mehr. Oft fehlt ihnen hierzu auch der nötige Stellplatz. Das Ergebnis der Anfrage legte Steffen Grünwaldt, Betriebsleiter des ALP, in der Oktobersitzung auf den Tisch: Soll die Gelbe Tonne kommen, wird sie den Gelben Sack ersetzen. Das ist dann für alle Bürger verbindlich. Für ihre Leerung dürfen jedoch nach einem Antrag unserer Mitglieder im Betriebsausschuss keine zusätzlichen Kosten anfallen.

Was ist aber, wenn die Entsorger feststellen, dass sich auch anderer Müll in der Tonne befindet. Bislang haben sie den Sack dann einfach liegen lassen. Bleibt dann auch die Tonne künftig stehen? Wenn wir ehrlich sind, haben viele Bürger zwischen den Inhalten der gelben und orangen Tonne gar nicht unterschieden. Am Sortierverhalten würde sich wohl auch wenig ändern.

Fraglich ist dann nur, wie lange die Gelbe Tonne tatsächlich kostenfrei bleiben wird? Dazu sind uns die aktuellen Aussagen noch nicht konkret genug. Das wäre dann in der Tat nur ein schlechter Kompromiss, den wir so nicht mittragen könnten, so Wolfgang Waldmüller abschließend.